DOK-ÖKO v0.3 · Methodendokument

Eine Ampel ist nur so gut wie ihre Regel.

Jede Farbe verweist auf Daten, Schwelle, Gültigkeitsbereich und Maßnahme. Der Entwurfsstatus bleibt sichtbar, bis Gewässertyp, Fischgemeinschaft und Fachgremium die Regeln freigeben.

Bewertungsarchitektur

Drei Ergebnisse werden nebeneinander geführt, weil sie verschiedene Fragen beantworten.

1

Laborbefund je Probe

Originale Bewertung des akkreditierten Berichts, unverändert zitiert und mit Berichts-ID.

vorhanden
2

Amtliche Badegewässerklasse

90-/95-Perzentile eines normierten Bewertungsdatensatzes; im Projektbestand nicht amtlich verifiziert.

nicht verifiziert
3

Ökologische Frühwarnung

Sechs Säulen, Vorsorgeschwellen, Anomalien und Datenlücken; keine Rechtsklasse.

Entwurf

Schwellen- und Evidenzmatrix

„Rot“ bedeutet Handlungs- und Prüfbedarf im Modell, nicht automatisch Badeverbot oder ökologische Schädigung.

Version 0.3 · 16.08.2026
ParameterStabilBeobachtenKritischHerleitungEvidenz
E. coliEU-Klasse nur per 95. Perzentil ≤ 500Einzelwert 250–500: Nachprobe/Umfeld prüfen> 500: vorsorgliche EreignisprüfungRL 2006/7/EG + lokales Vorsorgescreeninghoch / amtlich nur Datensatz
EnterokokkenEU-Klasse nur per 95. Perzentil ≤ 200Einzelwert 100–200: Nachprobe/Umfeld prüfen> 200: vorsorgliche EreignisprüfungRL 2006/7/EG + lokales Vorsorgescreeninghoch / amtlich nur Datensatz
Sauerstoff≥ 6 mg/l4–<6 mg/l< 4 mg/lökologischer Screeningkorridor; Logger nötigmittel, artspezifisch
O₂-Sättigung80–135 %70–<80 oder >135 %< 70 %Prozesssignal, gemeinsam mit mg/lmittel
pH7,0–9,06,5–<7,0 oder >9,0–9,5< 6,5 oder > 9,5Süßwasser-Screening; Tagesgangmittel
Temperatur≤ 25 °C> 25–28 °C> 28 °CVorsorge bis Fischartenprofil vorliegtniedrig–mittel
Nitrat-N≤ 2 mg/l> 2 mg/l oder robuste räumliche Anomaliekeine universelle Rotgrenzelokaler Anomalie-/Eutrophierungsscreenniedrig–mittel
Gesamt-P≤ 0,015 mg/l> 0,015–0,020 mg/l> 0,020 mg/lvorläufig; Gewässertyp fehltniedrig
Chlorophyll-a< 8 µg/l8–12 µg/l> 12 µg/l nur mit Cyano-DominanzWHO-Vigilanz/Alarm als Orientierungmittel bei Taxadaten
Nicht freigegebene Regeln: Nitrit-/Ammoniak-Fischtoxizität braucht artspezifische Daten und bei Ammoniak eine pH-/Temperaturrechnung. Trophieschwellen brauchen die rechtliche/limnologische Gewässertypisierung. Diese Regeln werden deshalb nicht als endgültige Rotgrenzen ausgegeben.

Datenqualität und Transformationsregeln

Die heterogenen PDF-, XLSX- und CSV-Bestände wurden in ein gemeinsames Langformat überführt.

Originaltreue
Jeder freigegebene Wert trägt Datum, Messbereich und sourceId. Das unveränderte Original bleibt getrennt vom normalisierten Datensatz.
Korrekturbericht
E2513591/03I_KORR ersetzt E2513591/02I. Nur die korrigierte Fassung speist die veröffentlichte Reihe.
Nachweisgrenzen
„< 0,0033“ wird als numerischer Grenzwert plus Qualifier „<“ gespeichert, visualisiert und nicht als Null behandelt.
Fehlende Werte
Fehlend bleibt fehlend. Keine zeitliche Interpolation für Ampelentscheidungen; die entsprechende Aussage wird grau.
Einheiten
Interne Parameternamen sind stabil; Originaleinheit und normalisierte Einheit werden geprüft. Stickstoff- und Phosphorbezüge (als N/P) werden nicht stillschweigend umgerechnet.
Privatsphäre
Private Trinkwasser-, Hausbrunnen-, Versand- und Personendateien sind blockiert und wurden nicht in die öffentliche Datenbasis übernommen.

Parameter-Leseschlüssel

Die Kurztexte im Explorer beruhen auf diesem kontrollierten Begriffsverzeichnis.

Sauerstoff

Gelöster Sauerstoff

Zeigt, wie viel für Fische und andere Wasserorganismen verfügbarer Sauerstoff im Wasser gelöst ist.

Entwurfswarnung unter 6 mg/l; kritisch unter 4 mg/l. Für Fischschutz sind artspezifische Grenzen und kontinuierliche Messungen erforderlich.
Sauerstoff

Sauerstoffsättigung

Setzt den Sauerstoffgehalt in Bezug zur temperaturabhängig maximal löslichen Menge.

Entwurfswarnung unter 80 %. Werte werden immer gemeinsam mit mg/l, Temperatur, Tiefe und Uhrzeit bewertet.
Physik

Wassertemperatur

Steuert Stoffwechsel, Sauerstofflöslichkeit, Algenwachstum und die Belastung von Fischen.

Vorsorgliche Entwurfswarnung über 25 °C. Eine rote Fischgrenze wird erst nach Arten- und Lebensstadienfreigabe aktiviert.
Physik

pH-Wert

Beschreibt, ob das Wasser sauer, neutral oder basisch ist.

Entwurfsbereich 7,0–9,0. Abweichungen werden zusammen mit Tageszeit, Temperatur und Ammonium geprüft.
Ionen

Elektrische Leitfähigkeit

Summenindikator für gelöste Ionen und damit für Veränderungen der Wasserzusammensetzung.

Standortbezogene Abweichung vom historischen Bereich; keine universelle ökologische Rotgrenze.
Nährstoffe

Nitrat als Stickstoff

Pflanzenverfügbarer Stickstoff und Hinweis auf Nährstoffeinträge bzw. veränderte Wasserherkunft.

Der Wert 12 mg/l in der Mitte ist ein bestätigter, aber einmaliger Ausreißer. Er löst eine Wiederholungsprobe aus, keine automatische Ursachenfeststellung.
Nährstoffe

Nitrit als Stickstoff

Reaktive Stickstoffform, die für Fische bereits in niedrigen Konzentrationen relevant sein kann.

Eine endgültige Fischampel setzt Fischartenprofil und zeitgleichen Chloridwert voraus.
Nährstoffe

Ammonium als Stickstoff

Kann auf frische organische Belastung oder Abbauprozesse hinweisen.

Die Regel muss pH und Temperatur derselben Probe einbeziehen; ein Einzelgrenzwert allein ist fachlich unzureichend.
Nährstoffe

Gesamtphosphor als P

Zentraler Nährstoffindikator für die Trophie und mögliche Algenentwicklung.

Vorläufiger Beobachtungsbereich ab 0,015 mg/l; Aktivierung erst nach Gewässertyp- und Fachfreigabe.
Nährstoffe

Orthophosphat als P

Direkt verfügbare Phosphorfraktion für Algen und Wasserpflanzen.

Bewertung gemeinsam mit Gesamtphosphor, Chlorophyll-a, Sichttiefe und Biologie.
Algen

Chlorophyll-a

Indikator für die Biomasse photosynthetisch aktiver Algen.

Entwurfswarnung ab 8 µg/l. Die endgültige Schwelle wird trophie- und saisonbezogen freigegeben.
Badehygiene

Escherichia coli

Mikrobiologischer Fäkalindikator für die hygienische Badegewässerbewertung.

Nur Orientierungsvergleich. Amtliche Klassen beruhen auf einem normierten Datensatz und Perzentilverfahren.
Badehygiene

Intestinale Enterokokken

Zweiter mikrobiologischer Leitparameter der europäischen Badegewässerbewertung.

Nur Orientierungsvergleich; keine amtliche Einstufung aus einer Einzelprobe.
Ionen

Chlorid

Gelöstes Ion, das unter anderem für die Interpretation der Nitritwirkung auf Fische relevant ist.

Die Abweichung in der Mitte wird als Prüfhinweis behandelt.
Ionen

Sulfat

Teil der gelösten Ionenzusammensetzung des Gewässers.

Standortbezogener Anomaliehinweis; keine universelle Rotgrenze im Entwurfsmodell.

Quellenregister

Primärberichte und konsolidierte Reihe; externe Fachquellen sind direkt verlinkt.

Inspektionsbericht 06.05.2026Eurofins; vier Oberflächenproben; freigegebene strukturierte Werte
E2605857/02I
Korrigierter Inspektionsbericht 04.09.2025ersetzt E2513591/02I; Plankton Mitte ergänzt
E2513591/03I_KORR
Historische Monitoringreihe 2017–2025bereinigter Export; bestehende Alt-Ampel nicht übernommen
monitoring-consolidated
EU-Badegewässerrichtlinie 2006/7/EGInnengewässer-Schwellen und Perzentilverfahren
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WHO Recreational Water QualityCyanobakterien-Vigilanz, Biovolumen und Chlorophyll-a bei Cyano-Dominanz
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EU-WasserrahmenrichtlinieGuter ökologischer/chemischer Zustand und Verschlechterungsverbot
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